Treppenlift-Zuschüsse: Wer erteilt Förderungen für den Treppenlift?

Barrierefreies Wohnen kostet Geld. Wird der Treppenlift kurzfristig benötigt, kommt die Anschaffung meist so unvorhergesehen, dass kein finanzielles Polster zur Verfügung steht, mit welchem Betroffene die Kosten des Lifts abfangen können. Die hohen Preise, die für Treppenlifte aufgerufen werden können, erklären sich oft aus den komplexen, baulichen Anforderungen, die bewältigt werden müssen. Dank vielfältiger Förderungen stehen Betroffene mit dieser finanziellen Last nicht allein da. Treppenlift-Zuschüsse von der Pflegeversicherung oder der Rentenversicherung, aber auch Förderprogramme anderer Träger helfen, die Kosten des Treppenlifts spürbar zu senken. Die gute Nachricht für diejenigen, die den Lift nur temporär benötigen: Auch gemietete Treppenlifte sind förderfähig.

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Markus Weber
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Wer bewilligt Treppenlift-Zuschüsse?

Hohe Kosten für Treppenlifte können durch Zuschüsse unterschiedlicher Träger gesenkt werden. Je nach persönlichen Voraussetzungen und dem Grund für die Notwendigkeit des Treppenlifts, kann der Anschaffungspreis anteilig bis vollständig bezuschusst werden. Die Förderungen sind bundesweit erhältlich, staatliche, private und regionale Träger bieten ein breites Angebot an Antragsmöglichkeiten.

Grob unterteilt gibt es folgende Arten von Treppenlift-Zuschüsse:

  • Zuschüsse staatlicher Träger, beispielsweise der Rentenversicherung
  • Förderungen regionaler Programme der einzelnen Städte oder Bundesländer
  • Unterstützung privater Institutionen, beispielsweise Stiftungen

Viele Bundesländer und Kommunen haben sich die Förderung altersgerechten und barrierefreien Wohnens auf die Fahnen geschrieben. Wer einen Treppenlift kaufen will, sollte sich also lokal und regional nach spezifischen Fördermöglichkeiten erkundigen. Wer die Förderungen erteilt, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab und muss immer im Einzelfall geprüft werden. Betroffene mit Pflegegrad müssen sich beispielsweise immer zuerst an die Pflegeversicherung wenden, während Opfer eines Arbeitsunfalls die Berufsgenossenschaft in die Pflicht nehmen können. Fälle, in denen es um Wiedereingliederung in das Berufsleben geht, werden von der Rentenversicherung unterstützt.

Fördermöglichkeiten und in Anspruch genommene Förderungen für den Treppenlift sollten rechtzeitig mit dem gewählten Treppenliftanbieter besprochen werden. Ebenso sollten sie bei der Möglichkeit bedacht werden, den Treppenlift als außergewöhnlich hohe Belastung von der Steuer absetzen zu wollen. Hier kann nämlich nur der Betrag geltend gemacht werden, der nach der Förderung noch übrig ist.

Wo kann man Treppenlift-Zuschüsse beantragen?

Zuschüsse, um die Kosten für einen Treppenlift zu senken, kann man an unterschiedlichen Stellen beantragen, abhängig vom Einzelfall. Teilweise schließen sich die einzelnen Träger aus gegenseitig aus.

Betroffene, die einen Pflegegrad besitzen, können einen Antrag auf den sogenannten Pflegekostenzuschuss Welcher Pflegegrad vorliegt, ist dabei unerheblich. Wichtig ist, dass der Treppenlift von keinem anderen Leistungsträger bezuschusst wurde. Der Antrag für den Pflegekostenzuschuss muss bei der Krankenkasse gestellt werden, diese stellt die notwendigen Unterlagen für die Pflegekasse zur Verfügung. Pro Person ist eine Förderung von maximal 4.000 Euro möglich. Befinden sich im antragstellenden Haushalt mehrere Personen mit Pflegegrad, kann sich der Zuschuss von der Pflegekasse bis auf 16.000 Euro aufaddieren.

Im Rahmen der Förderung von altersgerechten und barrierefreien Wohnräumen, bezuschussen auch viele Bundesländer und Kommunen die Anschaffung eines Treppenlifts. Diese Förderungen können sowohl von Immobilieneigentümern als auch von Mietern in Anspruch genommen werden. Regionale Förderprogramme sind beispielsweise bekannt in:

  • Hamburg
  • Bayern
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Schleswig-Holstein
  • Mannheim

Bundesweit werden immer wieder neue Förderprogramme aufgelegt. Verschiedene Landesbanken gewähren günstige Darlehen oder Zuschüsse für Menschen, die ihr Heim barrierefrei umbauen.

Die KfW betreibt ein eigenes Förderprogramm für den barrierefreien Umbau von Wohnraum. Dieses nennt sich „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)“ und ist sowohl für Immobilienbesitzer als auch für Mieter zugänglich. Weiterhin wird geprüft, ob die Maßnahme, die gefördert wird, im häuslichen Umfeld stattfinden wird. Pro Wohneinheit können 10 Prozent, aber maximal 5.000 Euro pro Haushalt, der Investitionssumme bezuschusst werden. Den Antrag für den Treppenlift-Zuschuss können Betroffene direkt bei der KfW stellen, allerdings werden die Zuschüsse nur so lange bewilligt, wie der staatliche Fördertopf hierfür nicht ausgeschöpft ist.

Sind Betroffene aufgrund einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls auf den Treppenlift angewiesen, kann der Antrag auf den Treppenlift-Zuschuss bei der zuständigen Berufsgenossenschaft gestellt werden. Diese übernimmt die Kosten für den Treppenlift komplett, weil sie die soziale und berufliche Teilhabe zum Ziel hat. Analog dazu können Zuschüsse bei der Landesfürsorgestelle gestellt werden, wenn es sich um eine Verletzung aus Kriegs- oder Wehrdienst handelt.

Dient der Treppenlift der Wiedereingliederung in den Beruf und ist die Mobilität aufgrund einer Behinderung, einer Krankheit oder einer Verletzung eingeschränkt, bewilligt die Deutsche Rentenversicherung Treppenlift-Zuschüsse. Betroffene müssen mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, um einen Anspruch zu erwerben.

An die Agentur für Arbeit können sich Betroffene für einen Zuschuss wenden, wenn weder die Pflegekasse noch die Rentenversicherung die Kosten des Treppenlifts fördern. Unter der Voraussetzung, dass der Treppenlift für die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess nötig ist, unterstützt die Agentur für Arbeit Betroffene bei der Bewältigung der Kosten. Die Förderung erfolgt durch die Initiative „Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“.

Das Sozialamt ist die letzte Instanz, bei der Zuschüsse für den Treppenlift beantragt werden können, wenn alle anderen Fördermöglichkeiten ausfallen. Bei dieser Form der Förderung müssen Betroffene allerdings ihre Bedürftigkeit nachweisen, das bedeutet, sie müssen ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen und belegen, dass sie die Kosten nicht aus eigenen Mitteln bewältigen können. Soll der Treppenlift über einen längeren Zeitraum genutzt werden, sind die Aussichten auf eine Förderung durch das Sozialamt höher. Gefördert werden allerdings nur der günstigste Lift und der Anbieter mit dem niedrigsten Angebot.

Wo kann man Treppenlift-Zuschüsse beantragen?

Neben der Möglichkeit, Treppenlift-Zuschüsse zu beantragen, können Betroffene sich den Treppenlift auch finanzieren lassen. Dies geschieht entweder über den Verbraucherkredit der Hausbank oder direkt über den Treppenliftanbieter. Bei einer Herstellerfinanzierung sind die Konditionen meist günstiger als das Angebot der Hausbank.

Weitere Optionen sind auch, den Treppenlift zu mieten oder ihn gebraucht zu kaufen. Wird der Treppenlift neu gekauft und durch Zuschüsse finanziert, ist es in jedem Fall ratsam, den Wiederverkauf im Auge zu behalten. Treppenlifte in gutem Zustand können, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, zu einem guten Preis wiederverkauft werden.

Bildnachweis: Shutterstock (1549762943)

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