Treppenlift mieten: sinnvoll oder nicht?

Teuer, teurer, Treppenlift? Es kommt auf das Modell an, doch mit einer hohen finanziellen Belastung ist in jedem Fall zu rechnen. Insbesondere die individuell gefertigten Führungsschienen für Kurventreppenlifte gehen ganz schön ins Geld. Selbst Finanzierungshilfen wie der Pflegekassenzuschuss oder die steuerliche Absetzbarkeit des Eigenanteils sind oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Viele Verbraucher suchen also nach Alternativen. Eine davon: die Treppenlift-Miete. Aber wann lohnt sich ein Mietmodell und worauf muss man bei der Treppenlift-Miete achten?

Ihr Ansprechpartner für Treppenlifte

Markus Weber

Treppenlift-Miete bei temporärer Mobilitätseinschränkung

Die Mietangebote der deutschlandweiten Händler und Vertriebe großer Hersteller wie Lifta, Hiro, Sanimed, thyssenkrupp und Co sind zur Überbrückung temporärer Mobilitätseinschränkungen gedacht. Bei einem dauerhaften Bedarf übersteigen die Mietkosten irgendwann den Anschaffungspreis

Treppenlifte mieten: die Preise

Die Mietpreise sind vor allem von der Art des Treppenliftes sowie der Frage, ob es sich um eine kurvige oder gerade Treppe handelt, abhängig. So ist die Miete eines Plattformliftes für Rollstuhlfahrer natürlich teurer als die Miete eines klassischen Sitzliftes. Auch Treppenlifte für den Außenbereich sind grundlegend kostenintensiver als vergleichbare Modelle für den Innenbereich.

Die Treppenlift Mietkosten setzen sich wie folgt zusammen:

Einmalzahlung für Einbau, Wartung, Ausbau (bis zu 50 % des Treppenlift-Wertes)

+ Kosten für maßgefertigte Führungsschienen (bis zu 3.000 Euro bei kurvigen Treppen)

+ monatliche Mietraten (etwa 50 bis 100 Euro, Wartung & Reparatur inklusive)

= Gesamtkosten

Rechenbeispiel (Sitzlift für kurvige Treppe, 12 Monate Mietlaufzeit)

Anzahlung: 3.500 € (50 % von 7.000 €)

+ monatliche Rate: 60 € x 12 Monate = 720 €

+ Führungsschienen 2.300 €

= 6.520 € Gesamtkosten

Der Kauf eines solchen Modells würde mit rund 11.000 bis 12.000 Euro zu Buche schlagen. Die Sitzlift-Miete ist in diesem Beispiel also kostengünstiger.

Zahlt die Pflegekasse für einen gemieteten Treppenlift?

Der Zuschuss der Pflegekasse beträgt bis zu 4.000 Euro pro Person (max. 4-mal 4.000 Euro pro Haushalt) und kann für alle wohnumfeldverbessernden Maßnahmen genutzt werden. Ob der Treppenlift neu, gebraucht oder gemietet ist, spielt hierbei keine Rolle. Der verbleibende Eigenanteil (Anzahlung und Raten) kann bei medizinischer Notwendigkeit außerdem steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzamt fordert hierzu ein ärztliches Attest.

Gebrauchte Treppenlifte als Alternative

Ist die Treppenlift-Miete in Ihrer Situation preislich nicht attraktiv, sollten Sie über den Kauf eine gebrauchten Treppenliftes nachdenken. Zwar lauern auch hier Kostenfallen, doch bei einem seriösen Händler können Sie durchaus ein Schnäppchen machen. Zwar werden auch hier im Zweifel einmalige Kosten für maßgefertigte Führungsschienen fällig, doch dafür gehört Ihnen der Lift. Wenn Sie ihn nicht mehr brauchen, können Sie den Lift also durchaus wieder verkaufen. Tipp: Achten Sie in jedem Fall darauf, eine zusätzl. Garantievereinbarung mit Wartungsvertrag abzuschließen.

Vorteile der Miete

Treppenlift-Miete Nachteile

Das Wichtigste zusammengefasst:

1. Wie lange werde ich auf den Treppenlift angewiesen sein?

2. Welches Modell ist das richtige für meine Situation?

3. Ist der Treppenlift-Einbau überhaupt machbar?

4. Sind Einbau, Wartung und etwaige Reparaturen inklusive?

5. Übernimmt der Händler auch den Ausbau am Ende der Mietlaufzeit?

6. Wie hoch sind die Gesamtkosten inkl. Einmalzahlungen?

7. Was würde der Kauf eines neuen Modells kaufen?

8. Könnte ein gebrauchter Treppenlift eine Alternative zur Miete sein?

Gemieteter Treppenlift im Mietshaus?

Ist der Treppenlift unverzichtbar, um einem Mieter / einer Mieterin den barrierefreien Zugang zum Wohnraum zu ermöglichen, müssen Eigentümer bzw. Eigentümergemeinschaften von Mehrfamilienhäusern den Einbau eines gemieteten Treppenliftes dulden. Die Mietkosten sind jedoch von der Mietpartei zu zahlen.

Über den Autor:
Sebastian Starnberger

Ist zuständig für den redaktionellen Gesundheitsbereich und Experte für barrierefreies Wohnen. Weiterhin interessiert er sich sehr für Pflegehilfsmittel.

Bildnachweis: Shutterstock (1482552329)

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