RatgeberLesezeit: 6 Minuten

Der Plattformlift

Dank der rutschfesten und befahrbaren Plattform, sind Plattformlifte die ideale Lösung für Rollstuhlfahrer – und zwar gleichermaßen im Innen- und Außenbereich. Auf dieser Seite verraten wir Ihnen unter anderem, welche Arten von Plattformliften es gibt, was ein Plattformlift kostet und wie Sie die Kosten für ein entsprechendes Modell samt Montage finanzieren können.

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Ein Plattformlift bringt Rollstuhlfahrer sicher über die Treppe – ohne Umsetzen, ohne fremde Hilfe. Die rutschfeste, befahrbare Plattform macht ihn zur ersten Wahl, wenn ein klassischer Sitzlift nicht infrage kommt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was ein Plattformlift 2026 kostet, welche baulichen Voraussetzungen gelten und wie Sie mit bis zu 4.180 Euro Pflegekassen-Zuschuss und Steuervorteilen die Anschaffung deutlich günstiger machen.

6.000 €ab Kaufpreis (gerade)
bis 20.000 €kurvige Anlagen
4.180 €Pflegekassen-Zuschuss pro Person
300 kgTragkraft je nach Modell

Was ist ein Plattformlift?

Wenn Fachleute vom Plattformlift sprechen, meinen sie einen Treppenschrägaufzug mit befahrbarer Plattform. Der Lift fährt entlang der Treppe auf Führungsschienen nach oben – der Rollstuhlfahrer rollt einfach auf die Plattform, sichert sich mit dem Bügel und fährt los. Klappbare Auffahrrampen verhindern das Wegrollen während der Fahrt.

Damit unterscheidet sich der Plattformlift klar vom Hublift: Dieser hebt senkrecht wie ein kleiner Aufzug und eignet sich nur für geringe Höhenunterschiede, etwa am Hauseingang. Der Plattformlift dagegen folgt dem Treppenverlauf – auf Wunsch über mehrere Etagen und auch durch enge Kurven.

Praktisch im Alltag: Ist die Plattform hochgeklappt, benötigen moderne Modelle nur noch rund 30 bis 40 Zentimeter Tiefe. Die Treppe bleibt für andere Hausbewohner nutzbar.

Gerade, kurvig oder außen: Welche Variante passt?

Der Treppenverlauf entscheidet über Technik und Preis. Ein Überblick über die drei gängigen Einsatzszenarien:

Die günstigste Lösung: Bei geradem Treppenverlauf können standardisierte Schienensysteme verwendet werden. Die Montage dauert meist nur wenige Stunden, die Kosten liegen bei etwa 6.000 bis 11.000 Euro inklusive Einbau.

Bei Kurven, Podesten oder Etagenwechseln werden die Führungsschienen millimetergenau maßgefertigt. Das treibt den Preis auf 9.000 bis 20.000 Euro – dafür meistert der Lift auch verwinkelte Treppenhäuser sicher. Die Montage kann bis zu drei Tage dauern.

Für Hauseingang, Terrasse oder Garten gibt es wetterfeste Außenmodelle mit verzinkten Schienen, rutschfester Plattform und Abdeckhaube. Der Aufpreis gegenüber Innenanlagen liegt je nach Witterungsschutz bei etwa 10 bis 20 Prozent.

Plattformlift-Kosten 2026 im Überblick

Plattformlifte sind wegen der größeren Plattform, der höheren Tragkraft und der stabileren Schienenkonstruktion teurer als Sitzlifte. Mit diesen Preisen sollten Sie kalkulieren:

VariantePreis inkl. MontageBesonderheit
Gerader Plattformliftca. 6.000 – 11.000 €Standardschienen, schnelle Montage
Kurviger Plattformliftca. 9.000 – 20.000 €Maßgefertigte Schienen
Außen-Plattformliftca. 7.000 – 22.000 €Wetterfeste Ausführung
Miete (gerade Anlage)ca. 50 – 100 € / Monatplus Einmalzahlung bis 50 % des Kaufpreises

Der genaue Preis hängt von Treppenverlauf, Etagenzahl, Tragkraft und Ausstattung ab. Vergleichen Sie deshalb immer mehrere Angebote – die Preisunterschiede zwischen Anbietern liegen bei identischer Anlage oft im vierstelligen Bereich.

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Hersteller und Modelle: Wer baut Plattformlifte?

Anders als bei Sitzliften wird der Plattformlift-Markt von spezialisierten Herstellern geprägt. Bekannte Sitzlift-Marken wie Lifta oder TK Home Solutions vermitteln Plattformanlagen häufig über Partnerbetriebe – die Technik selbst kommt meist von diesen Herstellern:

HerstellerBekannte ModelleBesonderheit
Hiro Lift (Bielefeld)HIRO 320 (gerade), HIRO 350 (kurvig)Produktion in Deutschland, Tragkraft je nach Ausführung bis 300 kg
Garaventa Lift (Schweiz)ArtiraSpezialist für kurvige und enge Treppenhäuser, hohe Tragkraft
Lehner Lifttechnik (Österreich)Stratos (gerade), Omega (kurvig)Schmale Bauweise, viele Plattformgrößen wählbar
Ascendor (Österreich)PLK8Besonders kompakte Anlage für schmale Treppen

Für die Kaufentscheidung zählt weniger der Markenname als die Passgenauigkeit zur Treppe: Jeder Hersteller hat andere Mindestbreiten, Plattformgrößen und Schienensysteme. Lassen Sie deshalb immer zwei bis drei Anbieter vor Ort aufmessen – die Angebote unterscheiden sich bei identischer Treppe oft um mehrere tausend Euro.

Plattform-Maße und Mindesttreppenbreite

Ob ein Plattformlift auf Ihre Treppe passt, entscheiden zwei Werte: die Plattformgröße, die zum Rollstuhl passen muss, und die Treppenbreite, die für Lift plus Restlaufbreite reichen muss. Diese Richtwerte helfen bei der ersten Einschätzung:

PlattformgrößeMaße (B × T)Geeignet fürTreppenbreite (ca.)
Kompaktca. 70 × 80 cmschmale Standardrollstühleab ca. 90 cm
Standardca. 80 × 100 cmdie meisten Rollstühleca. 100 – 110 cm
XLca. 90 × 125 cmElektrorollstühle, breite Modelleab ca. 120 cm

Zusätzlich brauchen Sie an beiden Haltestellen eine freie Rangierfläche von etwa 150 × 150 Zentimetern, damit der Rollstuhl gerade auf die Plattform auffahren und oben sicher wenden kann – dieser Wert orientiert sich an den Bewegungsflächen der DIN 18040 für barrierefreies Wohnen. Hochgeklappt trägt die Anlage nur noch 30 bis 40 Zentimeter auf.

Vor dem Angebot selbst nachmessen

Messen Sie Treppenbreite (engste Stelle!), Podestflächen oben und unten sowie die Breite Ihres Rollstuhls inklusive Händen an den Greifreifen. Mit diesen drei Werten erkennt jeder seriöse Anbieter schon am Telefon, ob eine Kompakt- oder Standardplattform infrage kommt.

Bauliche Voraussetzungen und Mietrecht

Nicht jede Treppe eignet sich für einen Plattformlift. Wegen des hohen Gesamtgewichts der Anlage kommen häufig tragfähige Wand- oder Stufenbefestigungen zum Einsatz. Entscheidend ist außerdem die Treppenbreite.

Mindestlaufbreite als Fluchtweg

Besonders in Mehrfamilienhäusern gelten strenge Vorschriften: Die Treppe muss auch mit montiertem Lift als Fluchtweg nutzbar bleiben. Bei Häusern mit bis zu zwei Wohneinheiten sind 70 cm Restlaufbreite gefordert, bei mehr als zwei Wohneinheiten 80 cm. Existiert eine zusätzliche Treppe, genügen dort 50 cm.

Wichtig für Mieter und Eigentümergemeinschaften

Ist der Plattformlift nachweislich notwendig, dürfen Vermieter und Eigentümergemeinschaft den Einbau in der Regel nicht verweigern. Seit der WEG-Reform haben Wohnungseigentümer nach § 20 Abs. 2 WEG einen gesetzlichen Anspruch auf barrierereduzierende Maßnahmen, Mieter nach § 554 BGB — optische Bedenken im Treppenhaus treten dahinter zurück. Klären Sie die Zustimmung dennoch frühzeitig schriftlich.

Zuschüsse und Förderung 2026

Kaum jemand zahlt den vollen Preis aus eigener Tasche. Diese Fördertöpfe stehen 2026 zur Verfügung:

  • Pflegekasse: Bei anerkanntem Pflegegrad (1–5) gibt es 4.180 Euro pro Person für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – bei bis zu vier Anspruchsberechtigten im Haushalt maximal 16.720 Euro.
  • KfW: Der Investitionszuschuss 455-B ist seit April 2026 wieder verfügbar10 % der Kosten, max. 2.500 Euro, ohne Pflegegrad und Altersgrenze. Das Jahresbudget ist begrenzt und meist schnell erschöpft, daher früh und vor der Auftragsvergabe im KfW-Zuschussportal beantragen. Zusätzlich gibt es den zinsgünstigen Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen" mit bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit.
  • Steuer: Der Eigenanteil ist bei medizinischer Notwendigkeit als außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG) absetzbar. Alternativ können 20 Prozent der Handwerkerkosten nach § 35a EStG geltend gemacht werden – bis zu 1.200 Euro pro Jahr.
  • Weitere Träger: Bei Arbeits- oder Wegeunfällen kommen Berufsgenossenschaft oder Unfallversicherung infrage, bei Sozialleistungsbezug das Sozialamt.

Zuschuss vor dem Kauf beantragen

Stellen Sie den Antrag bei der Pflegekasse immer vor Vertragsabschluss – nachträgliche Bewilligungen sind die Ausnahme. Ein Kostenvoranschlag des Anbieters genügt als Grundlage. Seriöse Händler unterstützen Sie kostenlos beim Antrag.

Rechenbeispiel: Kostet ein gerader Plattformlift 9.500 Euro, bleiben nach dem Pflegekassen-Zuschuss von 4.180 Euro noch 5.320 Euro. Kombiniert mit dem KfW-Zuschuss 455-B (10 %, hier 950 Euro) sinkt der Eigenanteil auf rund 4.370 Euro – vor Steuervorteilen. Rechnen Sie Ihren Fall hier direkt durch:

Kaufen, mieten oder gebraucht?

Neben dem Neukauf gibt es zwei Alternativen – beide mit Einschränkungen.

Miete: Sinnvoll fast nur bei vorübergehender Mobilitätseinschränkung. Zu den Monatsraten von 50 bis 100 Euro kommt eine Einmalzahlung von bis zu 50 Prozent des Kaufpreises für Einbau, Wartung und spätere Demontage. Nach zwei bis drei Jahren übersteigen die Gesamtkosten häufig den Kaufpreis.

Gebrauchtkauf: Bei geraden Anlagen kann sich ein geprüfter, generalüberholter Lift vom Fachhändler lohnen – inklusive Gewährleistung und Einbau. Vorsicht bei kurvigen Anlagen: Die Schienen sind Maßanfertigungen für die ursprüngliche Treppe und müssen fast immer neu gefertigt werden. Das kostet schnell 3.000 Euro extra und frisst die Ersparnis auf. Vom Privatkauf ohne Gewährleistung raten wir ab.

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Häufige Fragen zum Plattformlift

Was kostet ein Plattformlift für Rollstuhlfahrer?

Gerade Anlagen kosten inklusive Montage etwa 6.000 bis 11.000 Euro, kurvige Anlagen mit maßgefertigten Schienen 9.000 bis 20.000 Euro. Außenmodelle liegen wegen des Wetterschutzes etwas darüber.

Wie viel zahlt die Pflegekasse 2026 dazu?

Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro pro Person. Leben mehrere Anspruchsberechtigte im Haushalt, sind bis zu 16.720 Euro möglich. Der Antrag muss vor dem Kauf gestellt werden.

Wie breit muss die Treppe für einen Plattformlift sein?

Als Faustregel gelten mindestens 90 bis 110 cm Treppenbreite. In Mehrfamilienhäusern muss zusätzlich eine Restlaufbreite von 70 bis 80 cm als Fluchtweg frei bleiben.

Unterschied zwischen Plattformlift und Hublift?

Der Plattformlift fährt schräg entlang der Treppe – auch über Kurven und mehrere Etagen. Der Hublift hebt senkrecht und eignet sich nur für geringe Höhenunterschiede bis etwa drei Meter, etwa am Hauseingang.

Darf mein Vermieter den Einbau verbieten?

Bei nachweislicher Notwendigkeit in der Regel nicht. Gerichte werten das Recht auf barrierefreien Zugang höher als optische Einwände. Voraussetzung: Die Treppe bleibt als Fluchtweg nutzbar und der Rückbau ist gesichert.

Welche Hersteller bauen Plattformlifte?

Zu den bekanntesten Herstellern zählen Hiro Lift aus Bielefeld (HIRO 320/350), Garaventa aus der Schweiz (Artira), Lehner Lifttechnik aus Österreich (Stratos, Omega) und Ascendor (PLK8). Klassische Sitzlift-Marken wie Lifta vermitteln Plattformanlagen meist über Partner.

Wie groß ist die Plattform eines Plattformlifts?

Standardplattformen messen etwa 80 × 100 cm, Kompaktmodelle ab rund 70 × 80 cm, XL-Plattformen für Elektrorollstühle bis etwa 90 × 125 cm. An beiden Haltestellen sollte zusätzlich eine Rangierfläche von rund 150 × 150 cm frei sein.

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Die Treppenform beeinflusst den Preis erheblich

GeradeGeradeGünstiger
KurvigKurvig / PodestMaßanfertigung
Weiß nichtWeiß nichtWir klären das

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