Wenn die Treppe zum Hindernis wird, ist der Treppenlift nicht die einzige Lösung. Ein Homelift – auch Senkrechtlift genannt – befördert Sie senkrecht von Etage zu Etage: bequem im Stehen, Sitzen oder direkt im Rollstuhl, und das ganz ohne klassischen Aufzugsschacht.
Dieser Ratgeber zeigt, was ein Homelift kostet, wie viel Platz er wirklich braucht, welche Bauformen es gibt – und wann ein Treppenlift die günstigere Alternative bleibt. Dazu: alle Fördertöpfe, mit denen Sie 2026 mehrere tausend Euro sparen.
Ein Homelift ist ein kompakter Personenaufzug für Privathäuser. Anders als der Treppenlift, der auf einer Schiene entlang der Treppe fährt, bewegt sich der Homelift vertikal durch eine Deckenöffnung oder an der Fassade – die Treppe bleibt komplett frei.
Technisch fallen Homelifte unter die Maschinenrichtlinie und fahren mit maximal 0,15 m/s. Das klingt langsam, hat aber einen großen Vorteil: Es gilt ein deutlich einfacheres Genehmigungs- und Prüfverfahren als beim klassischen Aufzug – kein Maschinenraum, keine tiefe Grube, kein TÜV-Pflichtprogramm wie im Mehrfamilienhaus-Aufzug.
Moderne Homelifte kommen ohne gemauerten Schacht aus: Sie fahren in einer selbsttragenden Konstruktion aus Glas oder Metall, die einfach im Raum oder im Treppenauge aufgestellt wird. Nötig sind nur ein Deckendurchbruch, eine tragfähige Bodenplatte und eine normale 230-V-Steckdose.
Varianten mit Schachtgerüst wirken wie ein „echter" Aufzug, kosten aber spürbar mehr. Für den Außenbereich gibt es wetterfeste Modelle, die an der Fassade bis zum Balkon oder Obergeschoss fahren.
Die Preisspanne ist groß, weil Bauform, Förderhöhe und Kabinengröße stark variieren. Als Faustregel gilt: 15.000 bis 40.000 € für zwei Etagen inklusive Einbau.
| Variante | Preis (inkl. Einbau) |
|---|---|
| Homelift ohne Schacht, 2 Etagen (Sitz/Stehplattform) | 15.000–25.000 € |
| Homelift mit selbsttragendem Schachtgerüst | 20.000–35.000 € |
| Rollstuhlgerechter Homelift mit Kabine | 25.000–40.000 € |
| Außen-Homelift (Fassade/Balkon) | 20.000–40.000 € |
| Jede weitere Haltestelle/Etage | ca. +5.000–10.000 € |
Dazu kommen laufende Kosten: Strom aus der normalen Steckdose (im Alltag meist unter 10 € im Monat) und eine jährliche Wartung für etwa 200–400 €. Zum Vergleich: Ein gerader Sitzlift kostet nur 3.500–10.000 € – dafür bleibt er an die Treppe gebunden.
Kostenloses Angebot anfordernDer größte Irrtum beim Homelift: „Dafür ist unser Haus zu klein." Tatsächlich begnügen sich kompakte Modelle mit einer Grundfläche ab etwa 0,8 bis 1,5 m² – weniger als eine Duschkabine. Geeignete Standorte sind das Treppenauge, eine Zimmerecke mit Deckendurchbruch oder die Außenfassade.
Lassen Sie vor der Anbieterauswahl klären, wo der Deckendurchbruch statisch am günstigsten liegt. Ein Standort direkt neben einer tragenden Wand spart oft mehrere tausend Euro an Verstärkungsmaßnahmen – und vergleichen Sie grundsätzlich mindestens drei Angebote.
Für Rollstuhlfahrer ist der Homelift meist die komfortabelste Lösung im Haus: Sie fahren ohne Umsetzen direkt in die Kabine. Achten Sie auf eine Plattformgröße ab etwa 0,8 × 1,25 m; wer mit Begleitperson oder E-Rollstuhl fährt, plant besser 1,1 × 1,4 m ein.
Wichtige Ausstattungsmerkmale: schwellenloser Zugang, Türbreite ab 80 cm, Totmann- oder Automatiksteuerung, Notabsenkung bei Stromausfall und beidseitig anfahrbare Zugänge, falls die Kabine als Durchlader geplant wird. Wer nur eine Alternative für wenige Stufen am Hauseingang sucht, kommt oft schon mit einem Hublift (6.000–12.000 €) aus.
Beide Systeme lösen dasselbe Problem auf sehr unterschiedliche Weise. Der direkte Vergleich:
Der Preis-Sieger: Ein gerader Sitzlift kostet 3.500–10.000 €, kurvige Anlagen 7.500–16.000 €, ein Plattformlift für Rollstühle 6.000–20.000 €. Der Einbau dauert oft nur einen Tag, ein Deckendurchbruch entfällt komplett.
Nachteile: Die Treppe wird schmaler, Rollstuhlfahrer müssen beim Sitzlift umsetzen, und bei sehr engen oder steilen Treppen (Resttreppenbreite unter ca. 70 cm) wird es baulich eng.
Der Komfort-Sieger: Mit 15.000–40.000 € deutlich teurer, dafür bleibt die Treppe frei, der Lift transportiert Rollstuhl, Einkäufe oder Kinderwagen gleich mit – und er funktioniert auch dort, wo die Treppe für einen Lift zu schmal oder zu verwinkelt ist.
Ein Homelift ist zudem eine Investition in die Immobilie: Barrierefreie Häuser erzielen am Markt zunehmend bessere Preise.
Kurz gefasst: Wer gehfähig ist und Kosten sparen will, fährt mit dem Sitzlift am günstigsten. Wer dauerhaft im Rollstuhl sitzt, mehrere Etagen verbindet oder langfristig plant, ist mit dem Homelift besser bedient.
Bei sehr engen Treppen ist der Homelift oft sogar die einzige Lösung im Haus – die Alternative wäre nur noch der Außenlift oder ein Umzug ins Erdgeschoss.
Wie viel Lift Ihr Zuhause tatsächlich kostet, hängt von Etagenzahl, Bauform und Förderanspruch ab. Mit unserem Rechner erhalten Sie in wenigen Klicks eine realistische Preisspanne für Ihre Situation:
Auch beim Homelift greifen die klassischen Fördertöpfe für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – vom Pflegegrad bis zur Steuer:
Den KfW-Zuschuss 455-B müssen Sie im KfW-Zuschussportal zwingend vor der Auftragsvergabe beantragen – der unterschriebene Vertrag gilt bereits als Vorhabensbeginn. Und: Derselbe Kostenanteil darf nicht doppelt gefördert werden. Nutzen Sie den Pflegekassen-Zuschuss für den Lift und KfW-Mittel für darüber hinausgehende Umbaukosten.
Rechenbeispiel: Ein Homelift für 25.000 € kostet nach Abzug des Pflegekassen-Zuschusses (4.180 €) noch 20.820 € – mit Steuerbonus und günstiger KfW-Finanzierung sinkt die reale Belastung weiter.
Kostenloses Angebot anfordernFür zwei Etagen liegen die Gesamtkosten inklusive Einbau meist zwischen 15.000 und 25.000 € ohne Schacht. Rollstuhlgerechte Kabinenmodelle oder Varianten mit Schachtgerüst kosten 25.000 bis 40.000 €. Jede weitere Haltestelle schlägt mit etwa 5.000 bis 10.000 € zu Buche.
Im Inneren des eigenen Hauses in der Regel nicht – der Deckendurchbruch muss aber von einem Statiker freigegeben werden. Bei Außenliften an der Fassade hängt die Genehmigungspflicht von der Landesbauordnung ab; seriöse Anbieter übernehmen die Klärung.
Ja. Ab Pflegegrad 1 gilt der Homelift als wohnumfeldverbessernde Maßnahme nach § 40 SGB XI, gefördert mit bis zu 4.180 € pro Person und bis zu 16.720 € bei mehreren Anspruchsberechtigten. Wichtig: Antrag vor dem Kauf stellen.
Schachtlose Modelle sind meist in 1 bis 3 Tagen montiert, inklusive Deckendurchbruch. Anlagen mit Schachtgerüst oder Außenaufstellung benötigen bis zu einer Woche. Vorlaufzeit für Planung, Statik und Produktion: typischerweise 6 bis 12 Wochen.
Rein finanziell gewinnt der Treppenlift: Ein gerader Sitzlift ist ab 3.500 € zu haben. Der Homelift lohnt sich, wenn Sie im Rollstuhl sitzen, die Treppe zu schmal ist, mehrere Etagen verbunden werden sollen oder Sie den Wert der Immobilie langfristig steigern möchten.
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Die Treppenform beeinflusst den Preis erheblich
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