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Homelift & Senkrechtlift: Kosten, Vorteile & Vergleich

Vor dem Einbau eines Treppenlifts müssen diverse Dinge abgeklärt und überprüft werden. Von der Treppenbreite über die Materialien für den Lift bis hin zu Rechten von Mietern und Eigentümern: Einen Treppenlift einbauen zu lassen, ist ein komplexes Unterfangen. Gut, wenn es hierfür Hilfen gibt. Die Checkliste zur Machbarkeit für Ihren Treppenlift hilft Ihnen, an alle Voraussetzungen zu denken, bevor es zu Problemen kommt.
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Wenn die Treppe zum Hindernis wird, ist der Treppenlift nicht die einzige Lösung. Ein Homelift – auch Senkrechtlift genannt – befördert Sie senkrecht von Etage zu Etage: bequem im Stehen, Sitzen oder direkt im Rollstuhl, und das ganz ohne klassischen Aufzugsschacht.

Dieser Ratgeber zeigt, was ein Homelift kostet, wie viel Platz er wirklich braucht, welche Bauformen es gibt – und wann ein Treppenlift die günstigere Alternative bleibt. Dazu: alle Fördertöpfe, mit denen Sie 2026 mehrere tausend Euro sparen.

15.000–40.000 €Homelift komplett (2 Etagen)
ab ca. 1 m²Platzbedarf pro Etage
4.180 €Pflegekassen-Zuschuss
2.500 €KfW-Zuschuss 455-B

Was ist ein Homelift (Senkrechtlift)?

Ein Homelift ist ein kompakter Personenaufzug für Privathäuser. Anders als der Treppenlift, der auf einer Schiene entlang der Treppe fährt, bewegt sich der Homelift vertikal durch eine Deckenöffnung oder an der Fassade – die Treppe bleibt komplett frei.

Technisch fallen Homelifte unter die Maschinenrichtlinie und fahren mit maximal 0,15 m/s. Das klingt langsam, hat aber einen großen Vorteil: Es gilt ein deutlich einfacheres Genehmigungs- und Prüfverfahren als beim klassischen Aufzug – kein Maschinenraum, keine tiefe Grube, kein TÜV-Pflichtprogramm wie im Mehrfamilienhaus-Aufzug.

Mit oder ohne Schacht?

Moderne Homelifte kommen ohne gemauerten Schacht aus: Sie fahren in einer selbsttragenden Konstruktion aus Glas oder Metall, die einfach im Raum oder im Treppenauge aufgestellt wird. Nötig sind nur ein Deckendurchbruch, eine tragfähige Bodenplatte und eine normale 230-V-Steckdose.

Varianten mit Schachtgerüst wirken wie ein „echter" Aufzug, kosten aber spürbar mehr. Für den Außenbereich gibt es wetterfeste Modelle, die an der Fassade bis zum Balkon oder Obergeschoss fahren.

Homelift-Kosten 2026 im Überblick

Die Preisspanne ist groß, weil Bauform, Förderhöhe und Kabinengröße stark variieren. Als Faustregel gilt: 15.000 bis 40.000 € für zwei Etagen inklusive Einbau.

VariantePreis (inkl. Einbau)
Homelift ohne Schacht, 2 Etagen (Sitz/Stehplattform)15.000–25.000 €
Homelift mit selbsttragendem Schachtgerüst20.000–35.000 €
Rollstuhlgerechter Homelift mit Kabine25.000–40.000 €
Außen-Homelift (Fassade/Balkon)20.000–40.000 €
Jede weitere Haltestelle/Etageca. +5.000–10.000 €

Dazu kommen laufende Kosten: Strom aus der normalen Steckdose (im Alltag meist unter 10 € im Monat) und eine jährliche Wartung für etwa 200–400 €. Zum Vergleich: Ein gerader Sitzlift kostet nur 3.500–10.000 € – dafür bleibt er an die Treppe gebunden.

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Platzbedarf und Einbauvoraussetzungen

Der größte Irrtum beim Homelift: „Dafür ist unser Haus zu klein." Tatsächlich begnügen sich kompakte Modelle mit einer Grundfläche ab etwa 0,8 bis 1,5 m² – weniger als eine Duschkabine. Geeignete Standorte sind das Treppenauge, eine Zimmerecke mit Deckendurchbruch oder die Außenfassade.

  • Deckendurchbruch von ca. 1–2 m² (Statiker prüft die Machbarkeit)
  • Tragfähiger, ebener Boden – eine tiefe Aufzugsgrube ist nicht nötig
  • Normaler 230-V-Anschluss statt Starkstrom
  • Einbauzeit: meist 1–3 Tage ohne Schacht, mit Schachtgerüst bis zu einer Woche
  • Innenaufstellung im Eigenheim in der Regel ohne Baugenehmigung

Tipp: Erst Statik, dann Angebot

Lassen Sie vor der Anbieterauswahl klären, wo der Deckendurchbruch statisch am günstigsten liegt. Ein Standort direkt neben einer tragenden Wand spart oft mehrere tausend Euro an Verstärkungsmaßnahmen – und vergleichen Sie grundsätzlich mindestens drei Angebote.

Rollstuhlgerecht: Der Homelift als barrierefreie Komplettlösung

Für Rollstuhlfahrer ist der Homelift meist die komfortabelste Lösung im Haus: Sie fahren ohne Umsetzen direkt in die Kabine. Achten Sie auf eine Plattformgröße ab etwa 0,8 × 1,25 m; wer mit Begleitperson oder E-Rollstuhl fährt, plant besser 1,1 × 1,4 m ein.

Wichtige Ausstattungsmerkmale: schwellenloser Zugang, Türbreite ab 80 cm, Totmann- oder Automatiksteuerung, Notabsenkung bei Stromausfall und beidseitig anfahrbare Zugänge, falls die Kabine als Durchlader geplant wird. Wer nur eine Alternative für wenige Stufen am Hauseingang sucht, kommt oft schon mit einem Hublift (6.000–12.000 €) aus.

Treppenlift oder Homelift – was passt zu Ihnen?

Beide Systeme lösen dasselbe Problem auf sehr unterschiedliche Weise. Der direkte Vergleich:

Der Preis-Sieger: Ein gerader Sitzlift kostet 3.500–10.000 €, kurvige Anlagen 7.500–16.000 €, ein Plattformlift für Rollstühle 6.000–20.000 €. Der Einbau dauert oft nur einen Tag, ein Deckendurchbruch entfällt komplett.

Nachteile: Die Treppe wird schmaler, Rollstuhlfahrer müssen beim Sitzlift umsetzen, und bei sehr engen oder steilen Treppen (Resttreppenbreite unter ca. 70 cm) wird es baulich eng.

Der Komfort-Sieger: Mit 15.000–40.000 € deutlich teurer, dafür bleibt die Treppe frei, der Lift transportiert Rollstuhl, Einkäufe oder Kinderwagen gleich mit – und er funktioniert auch dort, wo die Treppe für einen Lift zu schmal oder zu verwinkelt ist.

Ein Homelift ist zudem eine Investition in die Immobilie: Barrierefreie Häuser erzielen am Markt zunehmend bessere Preise.

Kurz gefasst: Wer gehfähig ist und Kosten sparen will, fährt mit dem Sitzlift am günstigsten. Wer dauerhaft im Rollstuhl sitzt, mehrere Etagen verbindet oder langfristig plant, ist mit dem Homelift besser bedient.

Bei sehr engen Treppen ist der Homelift oft sogar die einzige Lösung im Haus – die Alternative wäre nur noch der Außenlift oder ein Umzug ins Erdgeschoss.

Kosten berechnen: Ihr persönlicher Richtwert

Wie viel Lift Ihr Zuhause tatsächlich kostet, hängt von Etagenzahl, Bauform und Förderanspruch ab. Mit unserem Rechner erhalten Sie in wenigen Klicks eine realistische Preisspanne für Ihre Situation:

Förderung: So senken Sie den Homelift-Preis

Auch beim Homelift greifen die klassischen Fördertöpfe für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – vom Pflegegrad bis zur Steuer:

  • Pflegekasse (§ 40 SGB XI): 4.180 € pro Person ab Pflegegrad 1, bei mehreren Anspruchsberechtigten im Haushalt bis 16.720 €. Der Antrag gilt nach 3 Wochen als genehmigt (5 Wochen bei Gutachten durch den Medizinischen Dienst).
  • KfW-Zuschuss 455-B: seit 8. April 2026 wieder verfügbar – 10 % der Kosten, max. 2.500 € pro Einzelmaßnahme, ohne Pflegegrad und Altersgrenze. Das Budget von 50 Mio. € ist begrenzt und dürfte in wenigen Monaten aufgebraucht sein.
  • KfW-Kredit 159: zinsgünstiges Darlehen „Altersgerecht Umbauen" bis 50.000 € pro Wohneinheit – ideal für teurere Homelift-Projekte.
  • Steuer: Handwerkerleistungen nach § 35a EStG (20 % der Lohnkosten, max. 1.200 €/Jahr) oder bei ärztlich attestierter Notwendigkeit als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG.
  • Mieter: haben nach § 554 BGB einen Anspruch darauf, dass der Vermieter einen barrierefreien Umbau auf eigene Kosten erlaubt.

Achtung: Reihenfolge und Doppelförderung

Den KfW-Zuschuss 455-B müssen Sie im KfW-Zuschussportal zwingend vor der Auftragsvergabe beantragen – der unterschriebene Vertrag gilt bereits als Vorhabensbeginn. Und: Derselbe Kostenanteil darf nicht doppelt gefördert werden. Nutzen Sie den Pflegekassen-Zuschuss für den Lift und KfW-Mittel für darüber hinausgehende Umbaukosten.

Rechenbeispiel: Ein Homelift für 25.000 € kostet nach Abzug des Pflegekassen-Zuschusses (4.180 €) noch 20.820 € – mit Steuerbonus und günstiger KfW-Finanzierung sinkt die reale Belastung weiter.

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Häufige Fragen zum Homelift

Was kostet ein Homelift für 2 Etagen?

Für zwei Etagen liegen die Gesamtkosten inklusive Einbau meist zwischen 15.000 und 25.000 € ohne Schacht. Rollstuhlgerechte Kabinenmodelle oder Varianten mit Schachtgerüst kosten 25.000 bis 40.000 €. Jede weitere Haltestelle schlägt mit etwa 5.000 bis 10.000 € zu Buche.

Braucht ein Homelift eine Baugenehmigung?

Im Inneren des eigenen Hauses in der Regel nicht – der Deckendurchbruch muss aber von einem Statiker freigegeben werden. Bei Außenliften an der Fassade hängt die Genehmigungspflicht von der Landesbauordnung ab; seriöse Anbieter übernehmen die Klärung.

Zahlt die Pflegekasse für einen Homelift?

Ja. Ab Pflegegrad 1 gilt der Homelift als wohnumfeldverbessernde Maßnahme nach § 40 SGB XI, gefördert mit bis zu 4.180 € pro Person und bis zu 16.720 € bei mehreren Anspruchsberechtigten. Wichtig: Antrag vor dem Kauf stellen.

Wie lange dauert der Einbau eines Homelifts?

Schachtlose Modelle sind meist in 1 bis 3 Tagen montiert, inklusive Deckendurchbruch. Anlagen mit Schachtgerüst oder Außenaufstellung benötigen bis zu einer Woche. Vorlaufzeit für Planung, Statik und Produktion: typischerweise 6 bis 12 Wochen.

Lohnt sich ein Homelift gegenüber dem Treppenlift?

Rein finanziell gewinnt der Treppenlift: Ein gerader Sitzlift ist ab 3.500 € zu haben. Der Homelift lohnt sich, wenn Sie im Rollstuhl sitzen, die Treppe zu schmal ist, mehrere Etagen verbunden werden sollen oder Sie den Wert der Immobilie langfristig steigern möchten.

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